Familie

  

1. Mediation bei Konflikten in der Familie

Beispiel einer Trennungs- und Scheidungsmediation

Frau und Herr B. melden sich zur Mediation an, weil sie sich anlässlich ihrer Trennung nicht über den Aufenthalt ihrer Kinder Jenny (12) und Max (10) einigen können. Von dieser Entscheidung hängen alle anderen, die Trennung betreffenden Fragen ab: Wer behält die Ehewohnung? Wer zahlt wem wieviel Unterhalt? ... Alle bisherigen Versuche, Lösungen zu finden, haben zu großen Auseinandersetzungen geführt und die Situation noch mehr eskalieren lassen.

In der Mediation können beide entwickeln, wie sich jeder von ihnen den Umgang mit den Kindern wünscht, und wie er/sie den Umgang des anderen Elternteils mit den Kindern haben möchte. Die Vorstellungen werden schriftlich fixiert, Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausgearbeitet. Weiter wird erarbeitet, welche Interessen und Bedürfnisse dahinter stehen, inwiefern z.B. der Faktor "Zeit mit den Kindern" im Zusammenhang mit "Intensität im Umgang mit ihnen" subjektiv wichtig ist. Der Schwerpunkt des Gesprächs liegt eindeutig auf der gemeinsamen Verantwortung der Eltern für eine Regelung, um die Kinder zu entlasten (die Meinung der Kinder ist wichtig, aber die Entscheidung liegt bei den Eltern.)

Gefühle (z.B. Ärger, Wut, Trauer, Verlust- und Existenzängste) bekommen den notwendigen Raum in den Gesprächen. Anhand von Bezugspunkten, nach denen eine Regelung erfolgen könnte, werden alle möglichen (und "unmöglichen") Lösungsideen aufgelistet, ohne sie zu werten. Sie dienen als Grundlage, um eine für alle akzeptable Lösung zu erarbeiten. In aller Regel finden beide Konfliktpartner eine Lösung, von der ausgehend eine komplexe Regelung der Trennungs- und Scheidungsfolgen möglich wird.